Nicht jede Schönheitsoperation im Ausland ist zu empfehlen

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Qualität und Sicherheit haben ihren Preis

Nicht jede Schönheitsoperation im Ausland ist zu empfehlen
Nicht jede Schönheitsoperation im Ausland ist zu empfehlen

Während man bis vor wenigen Jahren nur seinen engsten Vertrauten von einer Schönheitsoperation am eigenen Körper erzählt hat, hat unsere Gesellschaft die ästhetisch-plastische Chirurgie inzwischen durchaus akzeptiert. Immer mehr Menschen entscheiden sich für Brustvergrößerungen, Lippenkorrekturen oder andere kosmetische Eingriffe. Das beweist die Statistik der VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen), in der der jährliche Anstieg von Schönheitsoperationen in Deutschland deutlich zu sehen ist.

Weil die meisten Eingriffe allerdings nicht medizinisch notwendig sind, sondern aus kosmetischen Gründen erfolgen, müssen Betroffene die Operationen selbst bezahlen. Die Preise für die meisten OPs liegen hier bei mehreren hundert bis tausend Euro. So kostet beispielsweise ein Facelifting in Deutschland zwischen 3.000 Euro und 9.000 Euro. Bei diesen Summen ist es wenig verwunderlich, dass sich Betroffene oftmals auch Angebote aus dem Ausland ansehen. Operationen, die zum Teil nur die Hälfte kosten, klingen zwar verlockend, allerdings sollten Schönheitsoperationen im Ausland gut überlegt sein. Bevor sich Frauen und Männer in die Hände ausländischer Schönheitschirurgen geben, sollten einige Dinge überprüft werden.

Dass es auch im Ausland sehr gute Schönheitschirurgen gibt, möchte natürlich niemand bezweifeln. Allerdings werden diese Experten im Ausland meist genauso gut oder sogar noch besser bezahlt als in Deutschland. Stößt man als Interessierter also auf ein Dumpingpreis-Angebot, so ist die Gefahr groß, dass man es hier nicht mit einem ausgebildeten Facharzt zu tun hat.

Der Präsident der VDÄPC, Prof. Dr. Dennis von Heimburg, kritisiert etwa die Überwachung von Ärzten und Krankenhäusern im Ausland. Unter Umständen geraten Betroffene an Chirurgen, die sich selbst Spezialisten nennen, allerdings keiner öffentlichen Kontrolle oder Überprüfung unterzogen werden.

Wer dennoch vorhat, sich im Ausland operieren zu lassen, sollte im Idealfall vor der Anreise einige Punkte klären:

  • Welche Ausbildung kann der Chirurg tatsächlich belegen? Ist er beispielsweise bei der Fachgesellschaft ISAPS (www.isaps.org) gelistet und als nationaler Schönheitschirurg ausgebildet worden?
  • Spricht der Arzt über eine bestehende Haftpflichtversicherung oder klammert er dieses Thema bei Beratungsgesprächen aus?
  • Haben bisherige Patienten ihre Erfahrungen mit dem Arzt geteilt? Wirken die Berichte glaubwürdig oder könnten die positiven Bewertungen auch gekauft worden sein?
  • An wen können sich Patienten für die Nachsorge in Deutschland wenden? Nur selten übernehmen deutsche Schönheitschirurgen die Nachuntersuchungen, wenn die eigentliche Operation im Ausland erfolgt ist.
  • Wie gestaltet sich die Kommunikation? Sprechen die Ärzte Deutsch oder Englisch? Immer wieder berichten Patienten davon, dass Beratungsgespräche vor der OP auf Deutsch erfolgten, später verständigte sich das Personal allerdings nur noch in der eigenen Landessprache.
  • Ob Hygienestandards in einer ausländischen Praxis eingehalten werden oder nicht, ist für Laien oft nur schwer zu beurteilen. Dennoch sollten Patienten einen Blick auf Operationsgeschirr und Untersuchungsgegenstände werfen.
  • Sind die Preise transparent gestaltet und wissen Patienten vorab, welche Kosten auf sie zukommen? In einigen Fällen verlangen Praxen im Anschluss an die Operationskosten zusätzlich Geld für Verbandsmaterial oder andere Produkte, die für die Nachsorge benötigt werden.
VDÄPC - Ästhetisch-Plastische Chirurgen

Unsere Arztsuche stellt Ihnen Mitglieder der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen vor.