Inwiefern können Falten um den Mund durch ein Facelift behoben werden?

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Mundfalten durch Facelifting beseitigen

Falten um den Mund herum können sich schon bei jungen Frauen entwickeln. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei der "Qualität" der Falten. Um was für Falten es sich handelt und in welcher Ausprägung sie vorliegen, davon hängt auch die Behandlung ab. In einigen Fällen kann bei Falten im Bereich des Mundes ein Facelifting in Betracht gezogen werden.

Feine Linien oder hängende Gesichtspartien

Feine Linien kommen früher oder später bei jedem Menschen vor, denn sie sind die Folge der mimischen Bewegungen des Gesichts. Im Laufe der Jahre treten sie nicht nur am Mund, sondern auch in anderen Bereichen des Gesichts auf, vor allem an den Augen. In der Anfangszeit lassen sich vor allem feine Falten durch die richtige Lebensweise oder mit kosmetisch hochwertigen Behandlungen recht gut reduzieren. Auch der Verlauf lässt sich positiv beeinflussen, wenn auch nicht ganz stoppen. Ganz anders ergeht es Frauen mit einem schwächeren Bindegewebe ab etwa dem 35. Lebensjahr. Bei ihnen sinken die Mundwinkel nach unten, was auf Dauer zu sogenannten Marionettenfalten und auch zu unschönen Beulen rechts und links unterhalb des Kinns führt. Während bei feinen Falten ein Mundlifting von Experten eher nicht empfohlen wird, sieht es bei hängenden Gesichtspartien anders aus. Hier kann eine Straffung die einzige Möglichkeit sein, dem Gesicht die ursprünglichen Konturen zurückzugeben.

Facelift gegen Falten am Mund

Bei Falten am Mund ist ein deutlich kleinerer Eingriff nötig, als das bei erkennbar erschlafften anderen Gesichtspartien der Fall ist. Wird die Region um den Mund korrigiert, ist von einem sogenannten unteren Facelifting oder auch Midface-Lift die Rede. Sollten die Mundwinkel bereits auch erschlafft sein und nach unten zeigen, lässt sich das bei der Behandlung gleich mit korrigieren. Dazu wird der Arzt vor allem raten, wenn die feinen Falten die Folge der hängenden Mundwinkel sind, denn bei einer vollständigen Korrektur wird der Erfolg wesentlich länger anhalten.

Verschiedene Verfahren für das Facelifting

Es gibt nicht nur ein bestimmtes Facelifting. Je nach Umfang der Falten und weiteren Wünschen hat der Arzt gleich mehrere Möglichkeiten, wieder ein jüngeres Aussehen herzustellen – mit oder ohne OP. Vor der Entscheidung findet daher eine umfangreiche Untersuchung und natürlich ein Beratungsgespräch ab. Dazu gehört auch, dass die Patientin ihre Wünsche ausspricht. Der Arzt klärt darüber hinaus über die möglichen Risiken auf.

Contourlift für den schnellen Erfolg

Beim Contourlifting werden spezielle Fäden unter der Haut hindurchgezogen (Fadenlifting), die über kleine Widerhaken verfügen. Sie sorgen damit für eine Straffung des Gewebes unter der Haut und geben der Haut das glatte Aussehen zurück. Die Methode gilt als recht schonend, denn die Fäden sind gut verträglich und lösen sich über die Zeit selbst auf. Der Erfolg bleibt aber noch über einen längeren Zeitraum erhalten. Eine solche Behandlung lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt auch wiederholen.

Midface-Lifting

Bei dieser Vorgehensweise wird die Gesichtsmitte behandelt. In den meisten Fällen wünschen sich die Patienten nicht nur die Beseitigung einiger Falten am Mund, sondern weitere Maßnahmen für die Verjüngung im gesamten Gesicht. Die Naht verläuft dann im Bereich der Schläfe oder im Bereich des Augenlids. So ist sie später nicht sichtbar.

Mundwinkellifting

Ist tatsächlich nur der Mund betroffen, raten Experten von einem herkömmlichen Facelifting ab. Der Erfolg würde sich nicht einstellen, denn bei einem Facelifting wird zwar das Gesicht straffer, die feinen Fältchen und vor allem herabhängende Mundwinkel hingegen verbessern sich dadurch nicht. In diesen Fällen empfiehlt sich eher ein Mundwinkellifting. Bei diesem Verfahren werden mit sehr kleinen Schnitten rechts und links der Oberlippe Hautteile entfernt. Die dreieckige Form der Schnitte ermöglicht es dem Chirurgen, die Nähte so zu setzen, dass sie später kaum sichtbar sind. Das Mundwinkellifting wird auch als Mundwinkelanhebung bezeichnet.

Besteht das Risiko von Komplikationen?

Ein Mundlifting geht selten mit Komplikationen einher. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Chirurg über entsprechende Erfahrung verfügt. Mögliche Folgen sind, neben einer unerwünschten Reaktion auf die Narkose, Verletzungen von Nerven. Auch kann es zu Narbenbildung oder Wundinfektion kommen oder das Ergebnis ist nicht wie gewünscht. Wer sich strikt an die Empfehlungen des Arztes hält, reduziert das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen erheblich. Nach einem Mundwinkellift werden die operierten Stellen nicht mit Verbandmaterial abgedeckt, da die Keimbildung in Mundnähe zu groß ist. Stattdessen empfiehlt sich Ruhe und die Anwendung kühlender Kompressen.

Ist Botox® eine Alternative?

Statt operativ gegen hängende Hautpartien vorzugehen, besteht auch die Möglichkeit, die Hautstellen mit Hyluronsäure oder mit Botulinumtoxin (Botox®) zu unterspritzen. Während Hyaluronsäure die Haut wieder aufpolstert, wirkt Botulinumtoxin direkt auf den Muskel (Musculus depressor), der für die sogenannten Marionettenfalten verantwortlich ist. Durch die Wirkung des Botulinumtoxin wird der Muskel, der die Mundwinkel nach unten zieht, für eine begrenzte Zeit gelähmt. Das führt dazu, dass der hebende Muskel wieder stärker wirken kann. Die Mundwinkel wirken wieder jugendlich und das Gesicht ist straffer. Risiken bestehen durch die Behandlung von Botulinumtoxin vor allem durch Dosierungsfehler. Das Verfahren gilt aber als weitgehend sicher, wenn der Anwender routiniert ist.

Falten verhindern – geht das überhaupt?

Die Ausprägung von Falten und die Schnelligkeit, mit der sie sich entwickeln, ist von vielen Faktoren abhängig. Zunächst spielt die Genetik eine entscheidende Rolle. Frauen sind aufgrund ihrer Hautstruktur und dem weicheren Bindegewebe für die Bildung von Falten oft mehr und eher gefährdet, als das bei Männern der Fall ist. Sind die weiblichen Verwandten mit zunehmendem Alter noch weitgehend faltenfrei, wird das sehr häufig später auch bei der jüngeren Generation der Fall sein. Allerdings beeinflusst auch die Lebensweise die Ausbildung von Falten. Einige Risikofaktoren lassen sich jedoch leicht verhindern. Dazu gehört vor allem der Konsum von Genussgiften. Nikotin und Alkohol schaden der Haut und fördern die Bildung von Falten. Das gilt auch für intensive Sonnenbäder, Stress und Schlafmangel. Auch die Umweltbelastung spielt eine Rolle. Wer viel in Großstädten unterwegs ist, belastet seine Haut stärker, als es bei Bewohnern des ländlichen Raums der Fall ist. Wer dann auch noch den Wasserkonsum vernachlässigt, wird die Folgen recht bald im Gesicht sehen. Die Faltenbildung schreitet voran und wird sich selbst bei einer Verbesserung der Lebensweise allenfalls sehr langsam wieder verbessern. Auch eine hochwertige Hautpflege kann die Entstehung der Falten und hängenden Hautpartien nicht verhindern. Allerdings kann sie das Ausmaß ein wenig eindämmen.



C. Schiller Carola Schiller
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 14.04.2018
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Portrait Dr. med. Kathrin A. Cierpka, Praxis für Ästhetische Chirurgie, Basel, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Europäischer Facharzttitel: , , European Board of Plastic Reconstructive and Aesthetic Surgery, , , Fachärztin für Handchirurgie Dr. K. Cierpka
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Europäischer Facharzttitel: , , European Board of Plastic Reconstructive and Aesthetic Surgery, , , Fachärztin für Handchirurgie
in 4051 Basel
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