Welche nicht-operativen Alternativen gibt es zum klassischen Facelift?

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Schön im Gesicht ohne herkömmliche OP

Es ist nicht immer nötig, überschüssige Haut operativ zu entfernen und durch einen Eingriff Falten zu reduzieren. Mehrere Methoden verjüngen das Gesicht auch ohne Operation. Neue und schonende Verfahren sind eine interessante Alternative und gewinnen immer mehr Anhänger. Die vielen Vorteile sind Grund genug, sich intensiver mit den Möglichkeiten der Gesichtsstraffung abseits vom operativen Facelift zu befassen.

Gründe gegen eine OP

Operationen mit Facelifting bringen einen vergleichsweise schnellen Erfolg. Sobald sich die Haut von dem operativen Eingriff erholt hat, ist sie deutlich straffer. Die jugendlichen Konturen des Gesichts sind wiederhergestellt und der Erfolg ist nicht zu übersehen. Bei gesunder Lebensweise kann das jüngere Aussehen über lange Zeit erhalten bleiben. Der Alterungsprozess lässt sich natürlich nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen. Dennoch haben Operationen Nachteile. Die Kosten sind hoch und der Patient muss sie fast immer selbst aufbringen. Außerdem ist ein solcher Eingriff mit gewissen Risiken verbunden. Die Gefahr besteht, dass das Ergebnis nicht mit den Erwartungen mithalten kann. Hinzu kommen Schmerzen nach der Operation und eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit über einen Zeitraum von bis zu mehreren Wochen. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Überlegung pro oder contra OP ist die fortschreitende Forschung, die immer mehr Alternativen offenbart, mit denen ein Facelifting ohne Skalpell möglich ist.

Je nachdem, wie die Hautalterung und die Falten ausgeprägt sind, kommen verschiedene Methoden in Frage:

  • Injektion von Füllmaterialien (Fillern)
  • Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox®) zur Faltenglättung
  • Laserbehandlungen der Haut
  • Peeling und Mikrodermabrasion

Eine wirkungsvolle Alternative zum klassischen Facelift stellt in vielen Fällen die Faltenunterspritzung mit Füllmaterialien beziehungsweise das Liquid Lifting dar. Im Gegensatz zu vielen anderen Behandlungen können auch größere Falten damit beseitigt werden.

Hautstraffung aus der Spritze

Die alternde Haut ist nicht krank. Sie verliert lediglich ihre Fähigkeit, sich zu erneuern. Außerdem speichert sie weniger Feuchtigkeit und wird auch deshalb weicher. Das führt dazu, dass sich die Konturen verändern und sich Polster ausbilden, während die Haut an anderer Stelle einfällt, sodass sich unschöne Beulen zeigen. Statt die überschüssige Haut zu entfernen, nutzen Ärzte dann ihr Wissen, um die Haut wieder aufzufüllen.

Liquid Lifting ist eine Methode, bei der die Haut mit bestimmten Substanzen unterspritzt wird. Sie wirkt praller und jugendlicher und Falten verschwinden. Dazu werden gut verträgliche Flüssigkeiten verwendet, die die Haut wieder auffüllen und vom umliegenden Gewebe nur sehr langsam wieder abgebaut werden. Zwei Beispiele dafür sind Hyaluronsäure und Polymilchsäure.

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist ein Mittel, das unter die Haut gespritzt wird und sie so aufpolstert. Der Effekt tritt schnell ein und die Risiken des Eingriffs sind überschaubar. Die Anwendung setzt allerdings hohe Sachkenntnis voraus, denn die Mittel müssen in der korrekten Menge an den dafür geeigneten Stellen eingespritzt werden. In den USA ist die Anwendung von Hyaluronsäure als sogenanntes Liquid Lifting mittlerweile sogar eine Schönheitsbehandlung für die Mittagspause. Das Verfahren ist schonend und kann auch mit anderen Schönheitsbehandlungen kombiniert werden. Ein Beispiel dafür ist die gleichzeitige Anwendung von Botulinumtoxin (Botox®).

Liquid Lifting mit Polymilchsäure

Für das Liquid Lifting mit Polymilchsäure wird die Substanz zunächst aufgelöst und dann unter die Haut gespritzt. Im Ergebnis werden Falten wieder aufgefüllt und die Haut wird praller. Das schonende Verfahren eignet sich vor allem für die Behandlung tiefer Falten. Bewährt hat es sich aber auch bei eingefallenen Wangen. Damit können mit der Methode von Liquid Lifting auch größere Bereiche im Gesicht erfolgreich verjüngt werden.

Das Liquid Lifting mit Polymilchsäure wurde ursprünglich nur darauf verwendet, die Haut von Patienten mit schweren Erkrankungen wieder aufzupolstern. Der Vorteil des Verfahrens ist, dass es gut verträglich ist, schließlich hat es sich über lange Zeit in der Medizin bewährt, bevor es in der Schönheitstherapie zum Einsatz kam. Auch allergische Reaktionen werden kaum beobachtet. Damit eignet sich das Liquid Lifting besonders für schwere Fälle, auch im höheren Lebensalter und bei starken Alterungsprozessen.

So funktioniert die Behandlung mit Liquid Lifting

Der Erfolg dieser Therapie ist recht schnell sichtbar. Allerdings ist dann noch nicht das Endergebnis zu sehen. Auch genügt eine einzelne Behandlung nicht. Einer Wiederholung der Anwendung im Abstand von vier Wochen kann sinnvoll sein. Die eingespritzten Substanzen werden im Rahmen natürlicher Umbauprozesse allerdings wieder abgebaut. Beobachtungen zeigen, dass die Wirkung von Liquid Lifting nach etwa zwei Jahren erkennbar nachgelassen hat. Allerdings lässt sich das durch wiederholte Behandlungen hinauszögern. Damit das Verfahren für den Patienten möglichst schonend ist, verwendet der Arzt sehr feine Nadeln. So kann er die Gefahr von zusätzlichen Reizungen und Blutergüssen weitgehend verhindern. In den ersten Tagen sind dennoch Verfärbungen eine wahrscheinliche Begleiterscheinung. Die Behandlung ist insgesamt schmerzarm, denn die Haut wird an den zu behandelnden Stellen lokal betäubt.



C. Schiller Carola Schiller
Gesundheitsredakteurin

aktualisiert am 19.05.2018
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